Nora oder wie man das Herrenhaus kompostiert

Großer Saal @Himmlische Höfe Borsigstraße 5 | Berlin-Mitte

Dieses Ereignis wird an den Terminen 04.07.2026 wiederholt. Das nächste Ereignis findet statt am .

Ansprechpartner*in: Arne Warhöfer arne.warthoefer@esgberlin.de 017643530344

Ein Stück von Sivan Ben Yishai.
Frei nach dem Klassiker von Ibsen
Aufführungsrechte beim Suhrkamp Verlag

Erarbeitet von der Theatergruppe der Evangelischen Studierendengemeinde Berlin.

Eintritt: Frei | Spenden sind willkommen

Was bedeutet es, in einem Haus zu leben und doch immer nur Nebenfigur zu sein? Wenn sich das eigene Leben scheinbar am Rande einer vermeintlich “größeren” Geschichte abspielt - und damit fundamentale Widersprüche übersieht? Wie verhindert das wirklichen Wandel?

Diese Fragen stellt sich das Theaterstück namens “Nora oder Wie man das Herrenhaus kompostiert” von Sivan Ben Yishai, einer preisgekrönten Autorin und eine der interessantesten Stimmen des zeitgenössischen Theaters.

Das Stück basiert auf dem bekannten Dramas Nora oder Ein Puppenheim von Henrik Ibsen aus 1879. Das Originaldrama erzählt die Geschichte der Protagonistin Nora, die sich von ihrem Ehemann und ihren Kindern trennt, um den Zwängen ihrer unglücklichen Lebenssituation zu entkommen und ein selbst bestimmtes Leben zu beginnen.

Die Neudarstellung und -interpretation von Sivan Ben Yishai stellt nun nicht länger Nora, sondern das Haus selbst und die Menschen, die darin leben oder arbeiten, also die unsichtbaren Protagonist*innen, in den Fokus. Diese Hausbewohner*innen erzählen die Geschichte über das Haus, was nicht nur bisher übersehene Perspektiven und Widersprüche der ursprünglichen vermeintlich feministischen Geschichte aufzeigt, sondern auch wie patriarchale Strukturen weit über die Figur des Ehemannes hinaus wirken und eine umfassende Emanzipation erschweren. Es braucht eben diese Perspektiven und einen fundamentalen Neuaufbau für nachhaltige Veränderungen.

Der Text von Sivan Ben Yushai wurde 2024 mit dem Mülheimer Dramatikpreis ausgezeichnet