O komm, o komm, du Morgenstern!

Der vierte Advent

O komm, o komm...

Es ist der vierte Advent. 

Wie für jeden Sonntag im Kirchenjahr, gibt es auch für den vierten Advent Texte, die den Verlauf der Geschichte Gottes mit den Menschen nachzeichnen und beschreiben, die den Tag einordnen in das Geschichtliche, Gegenwärtige und Zukünftige. Für heute sind neben anderen zusammengestellt: Der Wochenspruch aus Philipper 4,4 und 5b, der Wochenpsalm mit Versen aus Psalm 102 und das Evangelium aus Lukas 1,26-56. Neben Texten werden auch Lieder passend zu den Themen eines Sonntags ausgesucht. Aus dem Gesangbuch wird u. A. Lied 19 vorgeschlagen: „O komm, o komm“

Es ist der vierte Advent. 

Alle vier Kerzen am Adventskranz brennen. Sie scheinen an gegen die Dunkelheit, die erst spät morgens von den ersten Sonnenstrahlen vertrieben wird und die schon früh wieder das Regiment übernimmt. Am 21. Dezember ist der kürzeste Tag des Jahres und damit die längste Nacht. Erst danach wird Weihnachten. Dieses Jahr scheint die Dunkelheit besonders stark zu sein. Verzweiflung, Ratlosigkeit, Überlastung noch größer als in anderen Jahren.  

In Psalm 102 können wir nachlesen, dass es anderen vor uns auch nicht immer gut ging und wie sie ihren Schwierigkeiten umgegangen sind. 

Psalm 102 ist das Gebet eines Einzelnen. Er beginnt: 

„1021GEBET FÜR EINEN ARMEN, WENN ER VERZWEIFELT IST UND DEM HERRN SEIN HERZ AUSSCHÜTTET.“

In der Verzweiflung sucht der Beter seine Hilfe bei Gott: 

„2HERR, höre doch mein Gebet! Mein Hilfeschrei soll dich erreichen!“

Er hofft, dass Gott sich ihm zuwendet: 

„3Verbirg nicht dein Angesicht vor mir, wenn ich in Schwierigkeiten bin. Hab doch ein offenes Ohr für mich! Wenn ich rufe, antworte mir bald!“

Angesichts der Kraft, die Gott zugetraut wird, erkennt das Ich des Betenden schnell seine eigenen Vergänglichkeit:  

„10Was ich esse, schmeckt nach trockenem Staub. Was ich trinke, ist mit meinen Tränen vermischt. 12Mein Leben ist nur noch ein langer Schatten. Ja, ich fühle mich matt wie verdorrtes Gras.“

Dem gegenüber wirkt Gott als das ganz Andere: 

„13 Du aber, HERR, sitzt für immer auf dem Thron. Dein Name bleibt von Generation zu Generation. 14Du wirst aufstehen und für Zion. Denn es ist Zeit, die Stadt zu begnadigen – ja, der Zeitpunkt dafür ist gekommen.“

Allein darauf kann ich meine Hoffnung setzen. Gott hat Gnade gezeigt, das zerstörte Jerusalem wurde wieder aufgebaut und Gott selbst wurde Mensch. Gott hat Gnade gezeigt. Sei auch uns wieder gnädig und rette uns, hilf uns aus dieser Verzweiflung. Wir rufen in der Dunkelheit nach dem Licht, nach dem Morgenstern im Lied:  „O komm, o komm du Morgenstern, lass uns dich schauen, unseren Herrn. Vertreib das Dunkel unserer Nacht. Durch deines klaren Lichtes Pracht.“ 

Der Refrain dieses Liedes will uns wie der Wochenspruch durch die Nacht hindurch mitnehmen und schon das Licht fühlen lassen: „Freu Euch, Freut euch, der Herr ist nah, Freut Euch und singt Halleluja.“ oder wie es im Philipperbrief heißt. „Freuet Euch und abermals sage ich Euch, freuet Euch. Der Herr ist nahe!“

Ich wünsche uns, dass es uns an diesem vierten Advent trotz allem gelingt, wie im Evangelium für heutig zu lesen ist, wie Maria einen Lobgesang anzustimmen: 

1,46-48 „Da sagte Maria: »Ich lobe den Herrn aus tiefstem Herzen. Alles in mir jubelt vor Freude über Gott, meinen Retter. Denn er wendet sich mir zu, obwohl ich nur seine unbedeutende Dienerin bin.“

AMEN

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