Bezahlbare Semestertickets für Studierende

Erklärung der EKBO-ESGn

Am 12. November haben die ESGn in Berlin, Cottbus, Frankfurt (Oder) und Potsdam sich zur aktuellen Diskussion um das Semesterticket in Berlin und Brandenburg geäußert und die Erklärung an Entscheidungsträger*innen in Berlin und Brandenburg verschickt. Aktuelle Infos findet ihr auf unseren Social Media Kanälen und bei der IGSemTixBBB: Instagram Twitter

Bezahlbare Semestertickets für alle Studierenden in Berlin und Brandenburg!
Erklärung der Evangelischen Studierendengemeinden (ESGn) der EKBO

Wir bitten den VBB, ein 365 €-Ticket für Studierende zu ermöglichen. Bitte sehen Sie von Preissteigerungen bei Studierenden ab und ermöglichen Sie eine Lösung wie beim Azubi-Ticket.

Die finanzielle Lage bei Studierenden ist zurzeit durch die Pandemie so angespannt, dass die Akzeptanz für das Solidarmodell gerade stark leidet: „Warum soll ich zwangsweise ein Semesterticket bezahlen? Azubis fahren billiger – da fahre ich lieber Rad.“

Als Übergangslösung in diesen so herausfordernden Coronazeiten und erster Schritt könnte z.B. ab dem Jahr 2021 (Trimester ab Januar, Semester ab April) das Azubi-Ticket übergangsweise für Studierende geöffnet werden. So würde das Semesterticket für die Studierenden, die es benötigen, gewährleistet und zugleich um weitere Akzeptanz für das Solidarmodell angesichts der digitalen Semester bei den Studierenden geworben.

Die ESGn in Berlin und Brandenburg schließen sich den Forderungen der in der Interessengemeinschaft Semesterticket Berlin-Brandenburg (IGSemTixBBB) zusammengeschlossenen verfassten Studierendenschaften an. Wir unterstützen die Forderung nach einer Anpassung der Semesterticketbeiträge entsprechend eines 365 €-Tickets für Auszubildende. Das entspricht einem Semesterticketbeitrag von 182,50 €. Wir bitten insbesondere das Land Brandenburg, die notwendigen finanziellen Mittel bereitzustellen, um einen entsprechenden stabilen Semesterticketpreis zu ermöglichen.

Wir bedauern es, dass bisher in den aktuellen Semesterticketverhandlungen zwischen der IGSemTixBBB und dem VBB keine Studierende entlastenden Ergebnisse erzielt wurden. In einem ersten Angebot wurden vom VBB Preissteigerungen auf 210,30 € für Berlin-ABC beziehungsweise 245 € für den verbundweiten Tarif pro Semester bis zum Jahr 2023 vorgelegt. Das entspricht Steigerungen um bis zu 35 %.

Angesichts des äußerst angespannten Wohnungsmarktes, sinkender Zahlen von BAföG-Empfänger*innen, einer durch die Corona-Pandemie ausgelösten Wirtschaftskrise und des damit einhergehenden Wegfalls von Studierendenjobs sind viele Studierende in sozialer und finanzieller Not. Für nicht wenige Studierende ist der Semesterbeitrag zu Anfang des Semesters nur schwer zu bewältigen. Eine halbjährliche Erhöhung der Kosten für das Semesterticket würde die finanziellen Belastungen noch einmal deutlich steigern und im schlimmsten Fall zu Studienabbrüchen führen.

Auszubildende haben seit dem 1. August 2019 die Möglichkeit ein 365 €-Ticket zu erwerben, um damit ein ganzes Jahr im gesamten VBB-Tarifbereich zu fahren. Eine dementsprechende preisliche Anpassung des Semestertickets ist nun notwendig und muss schnellstmöglich umgesetzt werden – und würde die finanzielle Benachteiligung Studierender beenden.

205.000 Studierende nutzten im Wintersemester 2018/19 das Semesterticket des VBB. Die IGSemTixBBB geht davon aus, dass im jetzigen Wintersemester 2020/21 mehr als 210.000 Studierende das Semesterticket beziehen. Nach dem Solidarmodell sind die Studierenden verpflichtet, mit der Einschreibung ein Semesterticket zu erwerben. Das individuelle Fahrverhalten wird dabei nicht berücksichtigt. Berliner Studierende zahlen aktuell jährlich 387,60 € für die Nutzung des Berliner Tarifgebiets ABC. Wenn sie im gesamten Tarifgebiet fahren wollen, müssen sie zusätzlich ein Anschlussticket für 299,60 € im Jahr kaufen. Das Semesterticket an einer Brandenburger Hochschule kostet zurzeit jährlich im Schnitt 362,80 €.

Natürlich ist auch der VBB durch die Pandemie belastet, bekommt aber teilweise die Einnahmeausfälle in Coronazeiten durch den Bund ersetzt. Zugleich gibt er die Mehrwertsteuersenkung nicht an die Studierenden weiter, sondern beabsichtigt, den Preis für das Semesterticket jährlich zu erhöhen – und das bei einer der wirtschaftlich am stärksten von der Pandemie betroffenen Gruppe.

Wir bitten die Länder Brandenburg und Berlin, jetzt einzugreifen und ein bezahlbares Semesterticket für alle Studierenden zu ermöglichen und zu sichern.

ESG Berlin | ESG Cottbus | ÖSAF Frankfurt (Oder) | ESG Potsdam
12. November 2020

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